Kultur in Corona-Zeiten: Das sind eure Möglichkeiten

Am Mittwoch (29. April 2020) startet weltweit das „We are One“-Filmfestival. Auf YouTube gibt es jetzt einen Monat lang ausgewählte Filme zu sehen – kostenlos. Aber nicht nur Filmfans können sich trotz der Corona-Krise über spannende Kulturangebote freuen. Auch Musiker, Theater und Museen haben sich kreative Konzepte einfallen lassen, um das kulturelle Leben aufrechtzuerhalten. Wir haben die wichtigsten zusammengefasst. 

Die Berlinale hat sich mit den Filmfestspielen von Cannes, Venedig, Toronto und Tribeca zusammengeschlossen, um ein kostenloses Filmfestival auf Youtube auf die Beine zu stellen. Das „We are One“ – Filmfestival startet am Mittwoch, 29. April und läuft bis zum 7. Juni 2020. Neben Spielfilmen, Kurzfilmen und Dokumentationen werden auch Konzerte und Diskussionsrunden gezeigt. 

Comeback: Autokinos im Ruhrgebiet

kurt.digital: „Autokinos statt Netflix“

Autokinos feiern gerade deutschlandweit ihr Comeback. Filmfans bieten sie eine willkommene Abwechslung zum Netflix-Marathon zu Hause. Auch im Ruhrgebiet haben in den letzten Wochen vier Autokinos eröffnet –  in Dortmund, Herne, Essen und Duisburg. Karten müssen online bestellt werden. Für viele Menschen sind Autokinos gerade die einzige Möglichkeit, abends rauszukommen. Deshalb sind die Vorstellungen schnell ausverkauft. Es empfiehlt sich also, frühzeitig Tickets zu kaufen.

Live-Konzerte in den sozialen Medien

Viele Musiker geben gerade Onlinekonzerte, weil sie nicht wie gewohnt auftreten können. Auf der Instagramseite von „Global Citizen“ sind jeden Tag ab 18.00 Uhr unterschiedliche Künstler im Livestream zu sehen. Mit dabei waren schon Größen wie Elton John, Jessie J und Ellie Golding. Liebhaber elektronischer Musik finden auf der Webseite von „Cubkombinat“ eine große Auswahl an Livestreams der Hamburger Clubszene. Unter der Woche sind auch andere Genres vertreten – am Donnerstag (30. April 2020) tritt zum Beispiel die US-Songwriterin Haley Johnson auf.

Arte hat Anfang April eine Woche lang täglich Konzerte von Berliner Künstlern gespielt, darunter „Drangsal“, „Fatoni“ und „Kadavar“.  Alle Konzerte gibt es zum Nachhören in der Mediathek, zusammen mit Klassik-, und Jazz-Konzerten. Der Fernsehsender beteiligt sich auch am Projekt „United We Stream“, das die Berliner Clubszene in der Corona-Krise unterstützt. Auf der Webseite des Projekts gibt es täglich kostenlose Live-Sets aus Clubs in ganz Europa zu sehen.

https://twitter.com/hamburg_de/status/1255206658919280640

Auch die Heavy-Metal Band „Metallica“ musste wegen des Coronavirus alle ihre Konzerte absagen. Dafür gibt sie unter dem Hashtag #MetallicaMondays jeden Montag Live-Konzerte auf YouTube und Facebook. Neben „Metallica“ spielen viele weitere Musiker Live-Konzerte auf ihren Social-Media-Profilen. Das Musik-Duo „Sofie Tucker“ ist zum Beispiel täglich ab 19.00 Uhr auf Instagram zu sehen.  Auch Miley Cyrus spielt dort täglich ab 19.30 Uhr. Der britische Singer-Songwriter „Passenger“ tritt jeden Sonntag um 20.00 Uhr live auf YouTube auf.

Onlineaufführungen: Theater zeigen ihre besten Stücke

Die Türen der Theater sind zwar geschlossen. Trotzdem gehen Theatergänger nicht leer aus. Viele Spielstätten zeigen ihre Stücke jetzt im Netz. Das Schauspielhaus Dortmund etwa, präsentiert gerade die besten Aufführungen der letzten zehn Jahre. Neben dem klassischen „Hamlet“ werden auf der Seite des Theaters auch einige provokante Stücke gezeigt, wie Jonathan Meeses „Lolita“. Die nächsten Termine gibt das Schauspielhaus über seine Twitter-Seite bekannt.

Auch das Thalia-Theater in Hamburg veröffentlicht täglich um 19.00 Uhr eine Inszenierung aus dem Repertoire der vergangenen Jahrzehnte. Neben Klassiker wie Goethes „Faust“ werden auch neue Stücke gezeigt. Am Donnerstag (30. April 2020) feiert das Stück „What do we need to talk about. Conversations on Zoom“ seine Online-Premiere. Viele weitere Theater stellen Aufführungen online zur Verfügung. Ein Übersicht gibt es auf der Webseite „Nachtkritik“.

Museen bieten virtuelle Rundgänge an

Auch Museen setzen in der Corona-Krise auf digitale Angebote. Vorreiter sind hierzulande die staatlichen Museen in Berlin. Auf ihrer Webseite gibt es Bilder der Exponate aus 15 verschiedenen Sammlungen – vom alten Ägypten, über die Antike bis zu zeitgenössischer Kunst. Auf dem Blog „Museum and the City“ finden sich die passenden Hintergrundgeschichten, Interviews und Bildstrecken. Außerdem bieten Berliner Museen auf YouTube virtuelle Rundgänge durch ihre Ausstellungen an. Zuschauer können dort die Ausstellungsräume mit einem Trackpad  in der 360-Grad-Ansicht erkunden.

Auch außerhalb von Deutschland bieten Museen interaktive Online-Touren an, darunter das Rijks-Museum in Amsterdam, das Musée d’Orsay in Paris und das Fuji Art Museum in Tokio. Auf der Seite des British Museum in London können Besucher sogar per Maus durch die Epochen scrollen und auf Exponate klicken, um an Bilder, Text und Audiokommentare zu gelangen.  

Bild: unsplash / Denise Jans

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