„Marketinginstrument“: Kirchen üben Kritik an Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsbaum auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt. Foto: Thomas Winkler, Lünen

Aufgereihte Holzhütten, bunte Lichter, ein Glühwein in der Hand und überall duftet es nach Zimt. Die schönste Zeit des Jahres hat begonnen, denn seit 10 Uhr am Donnerstag sind die Stände am Weihnachtsmarkt in Dortmund für Besucher geöffnet. Wie jedes Jahr bieten über 300 Stände Gebäck, Glühwein und viele weihnachtliche Souvenirs an. Neben dem Dortmunder Weihnachtsmarkt öffnet heute auch der Weihnachtsmarkt in Bochum. Noch früher waren die Weihnachtsmärkte in Duisburg, Essen und Bottrop dran. Dort konnte man schon eine Woche eher in Weihnachtsstimmung kommen.

In Dortmund kein Problem

Auch wenn sich viele über die lang ersehnte Eröffnung des Weihnachtsmarktes freuen, übt die Kirche starke Kritik gegen die Märkte aus. Das Bistum Essen findet, der frühe Beginn sei vor allem nur ein Marketinginstrument um viele Besucher in die Innenstadt zu locken, erklärt  Pressesprecher Ulrich Lota.

Schwere Vorwürfe des Bistums, die aber nicht an Dortmund gerichtet sind, so Thomas Winkler vom Dortmunder Weihnachtsmarkt. Er hält die Eröffnung am Donnerstag für gerechtfertigt. „Die Eröffnung des Dortmunder Weihnachtsmarkts ist schon seit Jahren mit den Kirchen in Dortmund gemeinsam abgestimmt worden.“ Jedes Jahr eröffne der Weihnachtsmarkt am Donnerstag vor Totensonntag. Der Markt bleibe am Totensonntag geschlossen und am Montag um 18 Uhr werden die Lichter des Weihnachtsbaums angeschaltet. Damit eröffnet der Weihnachtsmarkt offiziell und man kann sich an den mehr als 48.000 Lichtern am Weihnachtsbaum bei einem Glas Glühwein erfreuen.

Studenten sind geteilter Meinung

Ebtissam Hida

Zuständig für den Weihnachtsmarkt in Dortmund ist das Erzbistum Paderborn. Dem Erzbistum ist vor allem wichtig, worum es bei dem Weihnachtsmarkt geht und zwar um die Vorbereitung auf das Fest und damit auf die Geburt Christi. Das geschäftige und konsumorientierte Treiben eines Adventsmarktes sollte den Kern des Festes nicht verdunkeln. Da die Adventszeit in diesem Jahr auf drei Wochen verkürzt ist, sei das Anliegen der Betreiber berechtigt den Weihnachtsmarkt auszudehnen, sagt Thomas Throenle vom Erzbistum Paderborn.

Die Studenten der TU Dortmund sehen die frühe Eröffnung einiger Weihnachtsmärkte gemischt. Lehramt-Studentin Ebtissam Hida kam die Eröffnung des Internationalen Weihnachtsmarktes in Essen viel zu schnell. „In Essen begann der Weihnachtsmarkt, als es noch recht warm war. Da kam für mich persönlich keine Weihnachtsstimmung auf“.

Julia Lipka dagegen kann den Weihnachtsmarkt kaum erwarten: „Zwar kommt es einem so vor als wäre Helloween erst gestern gewesen, aber mit der Kälte kommt auch die Stimmung und die Freude auf Weihnachten“.

Julia Lipka

Der Dortmunder Weihnachtsmarkt ist dieses Jahr mit am längsten geöffnet. Während in Essen der Weihnachtsmarkt schon am 23. Dezember schließt, kann man den Dortmunder Weihnachtsmarkt bis zum 30. Dezember besuchen. Sogar an Weihnachten haben einige Stände von 10-14 Uhr geöffnet.

 

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