Trends: Schnell da, Schnell weg

Der eine Trend kommt, der andere Trend geht. All das passiert meist in nur wenigen Stunden. Die Schnelllebigkeit von Trends nimmt immer weiter zu. Aber was sind überhaupt Trends und wie werden diese durch Social Media wie TikTok unterstützt?

Stranger Things, Squid Game, Bridgerton. Wir alle kennen sie. Jede von diesen Serien löste einen kurzzeitigen Hype um sich aus. Von roten Anzügen mit schwarzen Masken, über die Kleider im Stil des 19. Jahrhunderts, bis hin zu Stranger Things-Logo-Merch. Egal ob im realen Leben oder in der digitalen Welt, für eine kurze Zeit sah man von all den Trends überall etwas.

Was bei diesen vielen Trends aber besonders herausstach, war das Stranger Things Pop-Up-Café in Köln. Der Besitzer des Hallmackenreuther Cafés machte sich die Veröffentlichung der vierten Staffel zu Nutze und baute sein Café Ende April im Stranger Things Look um. Für zwei Wochen konnten sich begeisterte Fans aus aller Welt in die 80er Jahre zurückversetzen lassen und in das Setting der Serie eintauchen.

@dalia

📍 Hallmackenreuther, Köln ❤️😍

♬ Running Up That Hill (A Deal With God) – Kate Bush

In der heutigen Zeit, welche vor allem von sozialen Medien geprägt ist, kommt und geht ein Trend schneller als man gucken kann. Die Schnelllebigkeit von Trends nimmt immer weiter zu und es ist kein Ende zu sehen. Aber was sind überhaupt Trends und wie werden diese durch Social Media verstärkt?

Wie Trends unsere Zukunft beeinflussen

Der Begriff Trend beschreibt grundsätzlich Veränderungen und Strömungen, die zu der Gestaltung der Gesellschaft beitragen. Man erkennt eine bestimmte Richtung, beziehungsweise starke Tendenz dazu, was in der Zukunft für den Großteil der Bevölkerung relevant sein wird. Aber welche Arten von Trends gibt es überhaupt?

Megatrends
Megatrends sind langfristig und dauern meist mehrere Jahrzehnte an. Beispiele hierfür sind der Demographische Wandel, der Gender Shift, die Neo-Ökologie und die fortschreitende Digitalisierung.

Soziokulturelle Trends
Soziokulturelle Trends wirken meist mittelfristig, etwa 10 bis 15 Jahre. Hierbei geht es vor allem um den sozialen Wandel, welcher die Lebensstile, Wertorientierungen und Einstellungen von Menschen prägt.
Konsumtrends
Konsumtrends sind verbraucher- und marktbezogene Trendentwicklungen, die etwa fünf Jahre andauern. Sie entstehen meist durch Megatrends, wie die Digitalisierung oder die Neo-Ökologie. Beispiele hierfür sind Lebensmitteldienste, E-Bikes oder Unverpackt-Läden.
Mikrotrends
Mikro- bzw. Zeitgeist und Modetrends sind kurzfristige, flüchtige und oberflächliche Trends. Sie erscheinen meist in sozialen Netzwerken und beinhalten verschiedene Konsum- und Lebensweltphänomene.

Tik Tok: Eine neue Supermacht

Die Schnelllebigkeit von Trends kann man vor allem anhand der Zeitgeist- und Mikrotrends auf TikTok einfach erklären. Das milliardenschwere Unternehmen konnte vor allem in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Bilanz glänzen. Über 30 Millionen Nutzer nutzen die App weltweit täglich. Elena Melnikova, CMO beim Social Media Analytic Tool Talkwalker, sagte dem HubSpot in einem Interview über den Erfolg von TikTok: „Looking for entertainment, TikTok became the go-to channel. It made us smile. It made us laugh. (..) We were eager to join the party.“.

Kein Wunder, dass sich die Trends bei einer so großen Nutzerschaft und einer sehr geringen Eintrittsbarriere schnell verbreiten. Durch das Prinzip der „For You Page“ von TikTok können die simpelsten Videos oder Challenges in Sekundenschnelle verbreitet und zu einem Trend werden. Sei es ein Musikvideo, eine witzige Filmszene oder eine kreative Bearbeitung. Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Plattform kann so gut wie jeder Inhalt zum Trend werden.

Aber nicht nur durch die vielfältigen Inhalte hat sich das soziale Medium TikTok durchgesetzt. Auch die Entwicklung von einfachen Grafiken oder langen Videos im Horizontal-Format, zu kurzen vertikalen Videos im Vollbildformat, tat der Plattform einen Gefallen. Der Weg zum Erfolg lautet, den Content möglichst „snackable“ zu gestalten – also Content, der ohne großartige Anstrengung oder Energieaufwand konsumierbar ist.

„This popularity has also encouraged the more established social media platforms, including Instagram and YouTube, to experiment with new content forms that will grab the attention of the TikTok generation.“ – Ben Jeffries, CEO of Influencer.com im HubSpot Report

Trendpotenziale erkennen und nutzen

Mittlerweile breiten sich Trends so schnell aus, dass man es teilweise schwer hat, immer up to date zu bleiben. Wenn man eine Woche mal nicht auf sozialen Medien wie TikTok und Instagram unterwegs ist, hat man schon mindestens zehn neue Trends verpasst. Durch die vielfältigen Möglichkeiten die vor allem TikTok bietet, ist auch die Zahl der Influencer rapide gestiegen und damit auch die Anzahl potenzieller Trends. Das Ziel sei aber nicht, den Trend einfach nur mitzumachen. Man müsse das Potenzial schon vor dem eigentlichen Trend erkennen und für sich nutzen, schreibt Natalie Ediger, Content Marketer, bei Cleverclip.

„Ziel ist es nämlich nicht einen Trend aufzugreifen, der schon auf aller Welt gehypt wird, sondern diesen noch vor dem Wachstum zu erkennen, Vorsprung zu erhalten und Teil des Trends zu werden.“ – Natalie Ediger, Content Marketer bei Cleverclip

Trotzdem liegt ein wichtiger Bestandteil der Verbreitung von Trends in der Nutzerschaft selbst. Vor allem durch die vielen Überschneidungen der Zuschauer von Influencer*innen, geht die Verbreitung der neusten Trends schneller denn je. Je mehr Menschen das Video sehen und mit diesem interagieren, desto mehr anderen Leuten wird das Video im Nachhinein angezeigt.

So schnell wie sich Trends ausbreiten, genauso schnell gelangen die Meisten von ihnen aber auch wieder in Vergessenheit. Man kann also gespannt sein, wie lange sich der Trend rund um das Stranger Things Pop-Up-Café in Köln hält oder wann er von dem nächsten ausgefallenen Hype abgelöst wird.

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